FiLME:

Leben außer Kontrolle

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We feed the world

Coca Cola raubt...


about

gabi von mondamo.dewer: Gabi wo: Leipzig
Jahrgang: 1984

was: Betreiberin von [mondamo.de] wieso: nicht?

 

Mich überkommt beim Anblick vieler solcher Dokumentarfilme meist das dringende Bedürfnis zu schreien, ganz laut, damit der Rest der Welt aufwacht und mit mir die Augen öffnet. Ich habe dann immer das Gefühl, dass es noch nicht zu spät ist, dass man noch immer etwas unternehmen kann - wenn nur viel viel mehr Menschen von den Machenschaften der großen Konzerne wüssten, wenn sie nur begriffen, wie sehr der Mensch, die Umwelt, unsere Natur, das Leben an sich bedroht ist! Der Prozess scheint schleppend zu sein, weil man von alldem gar nicht sorecht etwas mitbekommt. Aber das ist ja auch der Sinn der Industrie. Wir sollen nichts wissen. Es war und ist ein langer Kampf für die Verbraucher, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel überhaupt gekenntzeichnet werden. Von den Ausmaßen und Schrecken der Massentierhaltung ahnt niemand was. Ich sage bewusst "niemand" - denn gemessen an der Zahl der Masse derer, die blind kaufen, was ihnen vor die Nase gehalten wird ist der Anteil an verantwortungsbewussten und kritischen Konsumenten einfach verschwindend gering!

Ich selbst gehöre zu den Menschen, die 20 Jahre nicht hinterfragten, was ihnen im Kaufhaus angeboten wurde - ich habe Veganer für sympathische Spinner gehalten, die es mit der Moral etwas übertreiben. Ich kam nicht einmal auf die Idee zu fragen, wie meine Jeans produziert wurde und woher die Blumen auf Mamas Fensterbrett stammen. Zur gleichen Zeit setzte ich mich schon verbissen für den "Frieden der Welt" ein, weil ich einfach nicht verstand, warum sich Menschen bekriegen können. Heute weiß ich, dass alles noch viel viel verquickter ist und alles andere als offen durchschaubar.

Aber es gibt die schlichte Moral des Lebens: die Ehrfurcht vor dem Leben; das Leben, also die Menschen, die Tiere, die Natur, zu achten, zu beschützen und zu lieben. Wenn man bedenkt, was der Mensch schon alles angerichtet hat, kann man leicht ins Wanken geraten, resignieren, eine riesige Wut und Ohnmacht in sich spüren - aber ist das ein Grund, sich weiter zu verhalten wie bisher? Weiterhin blind zu konsumieren und damit verantwortungslos ja gar verbrecherisch zu handeln? Ich kann diese Lebensweise nicht mit meinem Gewissen vereinbaren - und sehe mich nicht nur in der Pflicht mein Konsumverhalten zu ändern, sondern auch anderen Menschen zu ermöglichen, die Dinge aus einem anderen Licht zu betrachten.

Bin ich zu idealistisch, zu naiv daran zu glauben, etwas damit bewirken zu können? Nun, als eklatantestes Beispiel kann ich mich selbst anführen: auch ich war unaufgeklärt und unwissend - Dokumentarfilme haben mein Denken und Handeln beeinflusst. (23.Mai 2006)

 

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zuletzt aktualisiert am: 25.08.2008 - 16:47 - © film.mondamo.de
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